{"id":4294,"date":"2021-01-12T14:59:42","date_gmt":"2021-01-12T13:59:42","guid":{"rendered":"https:\/\/musedu.at\/?p=4294"},"modified":"2021-01-12T15:16:44","modified_gmt":"2021-01-12T14:16:44","slug":"lieblingslied-gegen-lockdown-frust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/musedu.at\/de\/lieblingslied-gegen-lockdown-frust\/","title":{"rendered":"Lieblingslied gegen Lockdown-Frust"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDas Leben ist kein Wunschkonzert &#8211; aber manchmal spielt es dein Lieblingslied.\u201c Frei nach diesem Motto haben sich einige MusiktherapeutInnen zusammengetan und die Initiative <a href=\"https:\/\/lieblingslied.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">lieblingslied.at<\/a> gestartet.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wer sich in der aktuellen Krise belastet f\u00fchlt und Gespr\u00e4chsbedarf hat, kann \u00fcber eine Online-Plattform oder telefonisch das eigene Lieblingslied bekannt geben. Schon bald meldet sich jemand aus dem Team und spielt dieses Lied vor. Meist singt und musiziert der\/die MusiktherapeutIn dabei live per Telefon oder Videochat. Nur bei komplexen Orchesterwerken oder Filmmusik wird das St\u00fcck gemeinsam angeh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erinnerungen an positive Dinge<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eDas Lieblingslied ist der Aufh\u00e4nger f\u00fcr das Gespr\u00e4ch. Es geht darum, was die Person mit dem Lied verbindet, aber vor allem um die derzeitige Belastungssituation. Wir sprechen \u00fcber positive Anker und Ressourcen und schauen auf das, was m\u00f6glich ist\u201c, erkl\u00e4rt Anna Feichter. Sie ist Musiktherapeutin und eine der KoordinatorInnen. Lieblingslied.at sei keine Therapie, sondern ein pr\u00e4ventives Projekt. \u201eDas Gespr\u00e4ch ist daf\u00fcr da, dass man in einer belastenden Zeit einmal etwas Anderes erleben oder sich an etwas Positives erinnern kann. Meist rundet es sich in einer halben Stunde gut ab.\u201c Bei tiefergehendem Gespr\u00e4chsbedarf werde auf Krisennummern wie Rat auf Draht verwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee entstand am Vorabend des ersten Lockdowns, an dem der Musiker und Musiktherapeut Manuel Goditsch aus seinem Fenster im 16. Wiener Bezirk ein Lied spielte. Spontan haben sich andere BewohnerInnen im Hof versammelt. Goditsch hat dann im Stiegenhaus einen Zettel f\u00fcr die Liederw\u00fcnsche der NachbarnInnen aufgeh\u00e4ngt und jeden Tag ein anderes Lieblingslied live gespielt. Das inspirierte ihn, gemeinsam mit Thomas Stegemann, dem Leiter des Zentrums f\u00fcr Musiktherapie-Forschung (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/wzmf\/\" target=\"_blank\">WZMF<\/a>), die Initiative lieblingslied.at ins Leben zu rufen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"https:\/\/musedu.at\/wp-content\/uploads\/122018740_1678978245614136_45008693016657787_o-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4309\" srcset=\"https:\/\/musedu.at\/wp-content\/uploads\/122018740_1678978245614136_45008693016657787_o-1.jpg 600w, https:\/\/musedu.at\/wp-content\/uploads\/122018740_1678978245614136_45008693016657787_o-1-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Eine Heimbewohnerin spricht \u00fcber ihr Lieblingslied<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Derzeit sind neben einem f\u00fcnfk\u00f6pfigen Koordinations-Team zehn ausgebildete MusiktherapeutInnen und Studierende h\u00f6herer Semester unter Supervision mit an Bord. Sie alle arbeiten ehrenamtlich, denn das Gespr\u00e4chsangebot ist kostenlos. Die Universit\u00e4t f\u00fcr Musik und darstellende Kunst Wien (<a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">mdw<\/a>), der \u00d6sterreichische Berufsverband der MusiktherapeutInnen (<a href=\"https:\/\/www.oebm.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00d6BM<\/a>) und weitere Initiativen unterst\u00fctzen das Projekt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Menschliche und musikalische Begegnungen<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eDas Projekt hat besonders im ersten Lockdown nicht nur den Teilnehmenden, sondern auch den mitwirkenden MusiktherapeutInnen einen gewissen Sinn gegeben, denn damals durften wir nicht praktizieren\u201c, sagt Feichter. Sie schildert anr\u00fchrende Begegnungen, die dabei entstanden sind. Einmal habe Stegemann, der selbst aus Norddeutschland stammt, einer Teilnehmerin mit Hamburger Wurzeln ein Lied auf Plattdeutsch vorgesungen. Alle mitwirkenden TherapeutInnen haben ihre bevorzugten Genres angegeben, daher k\u00f6nnen die meisten Musikw\u00fcnsche \u2013 von Volksliedern bis Jazz \u2013 gut abgedeckt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Art der Lieblingslieder ist bunt gemischt und das Alter der Teilnehmenden reicht vom achtj\u00e4hrigen Hobbyklarinettisten bis zur \u00e4lteren Heimbewohnerin. \u201eManchmal haben auch Kinder angerufen, die sich f\u00fcr die Mama oder die Oma etwas gew\u00fcnscht haben\u201c, so Feichter. Die InitiatorInnen w\u00fcnschen sich, dass noch mehr Menschen ihr Gespr\u00e4chsangebot annehmen. Es eignet sich f\u00fcr jeden und jede, denn f\u00fcr die meisten von uns ist die momentane Situation teilweise belastend. Die Sorge, jemandem einen Platz streitig zu machen, oder selbst nicht \u201ebed\u00fcrftig\u201c zu sein, ist unbegr\u00fcndet. Die Initiative lieblingslied.at l\u00e4uft derzeit mit offenem Ende.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wer sich f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch interessiert, kann den eigenen Musikwunsch kostenlos auf <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/lieblingslied.at\/\" target=\"_blank\">lieblingslied.at<\/a> oder telefonisch unter 0664 8414343 mitteilen. Auf <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/lieblingslied.at\" target=\"_blank\">Facebook <\/a>und in <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCiIycacXDRCxx6ArvB5Ai_Q\" target=\"_blank\">Youtube-Videos<\/a> gibt es weitere Infos<\/em>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas Leben ist kein Wunschkonzert &#8211; aber manchmal spielt es dein Lieblingslied.\u201c Frei nach diesem Motto haben sich einige MusiktherapeutInnen zusammengetan und die Initiative lieblingslied.at gestartet.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4306,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"generate_page_header":"","footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/musedu.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4294"}],"collection":[{"href":"https:\/\/musedu.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/musedu.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/musedu.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/musedu.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4294"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/musedu.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4294\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4313,"href":"https:\/\/musedu.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4294\/revisions\/4313"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/musedu.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4306"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/musedu.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4294"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/musedu.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4294"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/musedu.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4294"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}